Alles.Nichts.Und ganz viel dazwischen. -Ava Reed

Alles.Nichts.Und ganz viel dazwischen. -Ava Reed

Informationen:

Seitenanzahl: 319

Erscheinungsjahr: 2019

Verlag: Ueberreuter

Mit handgeschriebenen Tagebucheinträgen und Zeichnungen der Autorin.

Inhalt:

Leni hat ein normales Leben. Sie geht in die Schule, hat eine beste Freundin und ist wahrscheinlich ein durchschnittliches Teenage-Mädchen. Als ihr letztes Jahr in der Oberstufe beginnt und die Lehrer Druck machen, spürt Leni zum ersten Mal dieses bestimmte Gefühl in sich aufkommen. Beim unangekündigten Geschichtstest passiert es dann: aus einer harmlos aussehenden Prüfungsangst heraus, wird Leni übel und ihr Kopf dreht sich. Sie stürmt aus dem Zimmer und übergibt sich auf die Spinde der Schule. Nach diesem Vorfall lässt sie sich für mehrere Tage nicht mehr in der Schule blicken, weil sie sich vor den Kommentaren ihrer Mitschüler fürchtet. Schlussendlich bleibt sie immer mehr zu Hause, zieht sich vollkommen zurück und versinkt in ihrem Zustand. Für sie werden alltägliche Dinge zum Problem: sie kann nicht aus dem Bett aufstehen, hat Panikattacken und ihre Gedanken machen sie innerlich fertig. Ihre Eltern schleppen sie zu unzähligen Ärzten, und doch erst nach einer gewissen Zeit diagnostiziert man eine Depression. Als Leni dann eines Tages einen ihrer schlechteren Momente hat, nimmt sie eine zu hohe Dosis an Schmerzmittel und stirbt fast daran. Ihre Eltern entscheiden daraufhin, Leni für einige Monate in einen abgelegenen Kurort für Jugendliche zu schicken. Dort belegt sie täglich Einzeltherapiestunden, Gruppentherapiestunden und andere Kurse und trifft Personen mit ähnlichen Schwierigkeiten. Dabei begegnet sie Matti, einem Jungen, der an HSAN Typ II leidet. Das bedeutet, dass er weder Schmerz empfinden noch Schwitzen kann und dies hat drastische Auswirkungen. Er hat einen Privatarzt, der ihn täglich untersucht und er verlässt das Haus so gut wie gar nicht. Er ist nach einem “Selbstmordversuch“ in der Klinik bei Leni gelandet. Er hat sich mit einem Messer den Arm aufgeschnitten in einem frustvollen, deprimierenden Zeitpunkt, weil er einfach so fest, Schmerzen spüren wollte. Obwohl es zuerst nicht danach aussieht, freunden sich die beiden an. Matti möchte nach so vielen Jahren der Unterdrückung und des Nicht-lebens endlich die Welt sehen und beschliesst zu fliehen. Unerwarteter Weise schliesst sich Leni ihm an, denn auch sie möchte reisen und hofft auf dem Weg von ihrer Krankheit zu genesen. Obwohl sie grosse Angst hat davor, macht sie den Schritt und gemeinsam fahren die beiden Richtung Meer. Eine Reise voller Hindernisse und Errungenschaften beginnt, wobei Glück und Liebe sie begleiten…

Lieblingsauszug:

08.März, Seite 112

Geniesse jeden Tag deines Lebens, jede wundervolle Minute und jeden schönen Augenblick, denn du hast keine Ahnung, wann sich Wolken vor deine Sonne schieben und alles verdunkeln können. Niemand wird dir sagen, wann und ob sie je wieder verschwinden.

 

Das ist keine Floskel. Es ist etwas, das wir nicht mehr hören können, das uns nervt. Aber das macht es nicht weniger wahr- Und das wissen wir.

 

Meine Meinung:

Das Buch ist nicht actiongeladen oder einfach oder schön. Es zeigt realistisch die Bedeutsamkeit von Lenis Krankheit und wie es sie scheinbar urplötzlich getroffen hat. Es ist eine Geschichte vom Leiden, von der Angst und Scham, vom Kämpfen und Erholen. Das Buch ist menschlich und verkörpert, meiner Meinung nach, alles, was ein Buch dieser Art sollte. An der Buchlesung vor mehreren Monaten hat Ava Reed aus “Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.“ vorgelesen und darüber erzählt. Sie sagte, dass sie viel nachdenken und recherchieren musste, um über ein solches Thema akkurat schreiben können und dann daraus ein Jugendbuch zu verfassen. Sie meinte, dass viele Jugendliche diese Gefühle auf die eine oder andere Art kennen und jeder irgendwann im Leben gegen sie ankämpfen muss. Ich bin komplett ihrer Meinung und denke, dass diese Geschichte auch als Information und Hilfe für uns junge Erwachsene gedacht ist. Mir gefallen Ava Reeds selbstgezeichneten Tagebucheinträge unglaublich gut und es fügt sich sehr geschmeidig in die Geschichte ein, obschon sie die Dramatik und Schwere verschärfen.

Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen. Dieses Buch hat mehr als eine Moral und hat mir gezeigt, wie schwierig, aber auch schön das Leben sein kann. Ich würde das Buch jedem, ob jung oder alt, mit ganzem Herzen weiterempfehlen. Zudem möchte ich Ava Reed danken für die höchst spannende Lesung.

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