Die Bücherdiebin – Markus Zusak

Die Bücherdiebin – Markus Zusak

Die Bücherdiebin

Informationen:

Originaltitel: The Book Thief

Autor: Markus Zusak

Veröffentlichung: 2005, PicadorSeiten: 584

Film dazu: The Book Thief, 2013 (mit Sophie Nélisse)

Genre: Historische Fiktion

 

 

Mein Kommentar:

Darf ich vorstellen? Mein Lieblingsbuch, Die Bücherdiebin. Wenn mich jemand nach meinem Lieblingsbuch fragt, tue ich mir jedes Mal schwer damit, weil es einfach zu viele wundervolle Bücher gibt. Meistens antworte ich dann einfach mit dem letzten guten Buch, das ich gelesen habe. Nach langem Überlegen komme ich aber auf dieses Buch. Der Erzähler des Buches ist der Tod. Mal was anderes, oder? Wie man sich jetzt denken kann, ist das Buch teilweise oder bessergesagt fast durchgehend sehr traurig und düster, aber es spiegelt die Wirklichkeit der Zeit im 2. Weltkrieg. Liesel Meminger ist anfangs 13 Jahre alt und wird im Laufe des Buches 15. Sie hat es nicht leicht. Sie weiss kaum etwas von ihrem Vater, hat ihn nie richtig kennengelernt. Er wird im Buch nur mit einem einzigen Wort beschrieben: Kommunist. Liesels Mutter kann aus finanziellen Gründen nicht mehr für Liesel und ihren Bruder Bruno sorgen, deshalb werden sie an eine Pflegefamilie weitergegeben. Im Zug dorthin stirbt ihr kleiner Bruder. Es ist das erste Mal, dass der Tod Liesel begegnet. Trotz dieses Zwischenfalls wird die traumatisierte Liesel nach Molching, einem Dorf in der Nähe von München, zu den Hubermanns gebracht. Rosa Hubermann erscheint harsch und herzlos mit ihrer kleinen Statur, dem. Watschelgang und dem akkurat gebundenen Haarknoten aus ergrauten Haaren schüchtert sie Liesel zu Beginn ihrer Beziehung stark ein. Sie nennt jeden und alles “Saumensch“. Aber vorzugsweise Liesel. Hans Hubermann ist das komplette Gegenteil zu Rosa. Er wirkt ruhig, tröstend, aber das wichtigste: liebevoll. Mit seiner charmanten Art, dem Zigarettendrehen, seiner einzigartigen Art das Akkordeon zu spielen gewinnt er Liesels Herz. Liesels Nachbar wird zu ihrem besten Freund. Rudi Steiner ist eine Persönlichkeit für sich. Liesel beschreibt seine Haarfarbe als zitronengelb. Gemeinsam verbringen sie ganze Nachmittage mit Strassenfussball. Rudi ist von rebellischer Natur, rennt für sein Leben gern und möchte am liebsten wie Jesse Owens sein, ein dunkelhäutiger Athlet, der an der Olympiade 4 Goldmedaillen hintereinander gewonnen hat. Später gehen Rudi und Liesel gemeinsam auf ihre Diebeszüge. Bei Rudi geht es hauptsächlich um Essen, aber bei Liesel geht es um ihre Leidenschaft, den Büchern und Worten. Sollte es noch nicht klar sein: Liesel ist die Bücherdiebin. Eine sehr erfolgreiche noch dazu. Kleine Vorwegnahme: Das Schicksal ist nicht gnädig mit Rudi. Die Geschichte erreicht seinen Höhepunkt, als die Hubermanns einen Juden, Max Vandenburg, in ihrem Keller unterbringen. Wieso tun sie das? Das ist eine lange Geschichte…Obwohl alles gut zu laufen scheint, gibt es einen bitteren Nachgeschmack davon: Molching wird bombardiert.

Bewertung:

Dieses Buch lässt den Leser, immer zwiegespalten von Hoffnung und Traurigkeit, auf einem Roller Coster der Emotionen fahren. Ich würde nicht sagen, dass irgendjemand dieses Buch auf die leichte Schulter nehmen kann. Ich bewundere Markus Zusaks Schreibstil. Er gibt jeder einzelnen Person im Buch ihre eigene Persönlichkeit und Vorgeschichte, sogar dem Tod. Markus Zusak erinnert mich mit diesem Buch einmal mehr daran, dass Schreiben eine Kunst ist. Ich würde ihm zu gerne für dieses Buch danken und vielleicht ein oder zwei Fragen zum Ende stellen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Markus Zusak Liesels Leidenschaft der Worte teilt. Ich gebe diesem Buch ehrenhafte 5 Sterne.

Lieblingszitat:

“I have hated the words and I have loved them, and I hope I have made them right.“

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