Der letzte von uns – Adélaïde de Clermont-Tonnerre

Der letzte von uns – Adélaïde de Clermont-Tonnerre

Informationen:

  • Originaltitel: Le dernier des nôtres
  • Autorin: Adélaïde de Clermont-Tonnerre
  • Übersetzerin: Amelie Thoma
  • Erscheinung: 2016 bei Editions Grasset, Paris
  • Seiten: 458

Inhalt:

Während der Bombennächte in Dresden bringt die schwer verwundete Luisa ihren Sohn zur Welt. Kurz darauf stirbt sie.  Ihr letzter Wunsch ist es, ihn in Sicherheit zu wissen, denn sie ahnt: Er ist der Letzte von ihnen. Manhattan, fünfundzwanzig Jahre später. Wenn ist jung, ambitioniert und unsterblich in Rebecca verliebt, Enfant de terrible und Tochter einer reichen New Yorker Familie. Die beiden verbindet eine außergewöhnliche Liebe: leidenschaftlich, inspirierend und bedingungslos, so zumindest scheint es. Doch plötzlich bricht  Rebecca ohne weitere Erklärung den Kontakt zu ihm ab. Und Wern muss sich einer schmerzhaften Wahrheit stellen.

Das Cover:

Das Cover zeigt eine Frau, sehr wahrscheinlich Rebecca, auf einer grauen Mauer. Werner und sie haben ihr erstes (sehr romantisches) Date auf einer seiner Baustellen  mit wunderschöner Aussicht und das Cover zeigt sicherlich diese Szene. Die Frau wirkt träumerisch, elegant, rätselhaft und magisch. So wie auch Werner sie im Buch beschreibt.

Im Hintergrund sieht man New York, insbesondere das Empire State Building  als Markenzeichen. Während die Frau farblich eher grau und  blau wirkt, strahlt der Himmel hellblau mit weissen Wolken. Der Titel steht in pinken Buchstaben in der Mitte des Covers.

Ich finde das Cover wunderschön und sehr passend zum Inhalt des Buches.

Meine Meinung:

Ich finde, dass die Zweiteilung der Geschichte das Buch sehr interessant macht und nach und nach die ganze Geschichte Werners erzählt. Es kommen keine überaus brutalen Szenen im Buch vor und es wird auch relativ wenig über den 2. Weltkrieg insgesamt berichtet, aber vor allem die ersten Szenen bei der Geburt von Werner sind sehr betrüblich.

An diesem Buch gefällt mir, dass die Autorin eine Französin ist. Fast alle Bücher, die ich sonst lese, sind entweder aus dem Amerikanischen übersetzt oder von deutschen Schriftstellern. Ich finde, das macht das Buch irgendwie noch angenehmer zu lesen und noch sympathischer als es ohnehin schon ist und gibt ihm eine Nuance des Eleganten. Es ist erstaunlich, dass gerade eine Autorin aus Frankreich dieses Buch geschrieben hat, da es die meiste Zeit in New York spielt und von den Bombennächten in Dresden erzählt.

Das Buch beinhaltet viel Ungerechtigkeit, die Menschen widerfahren ist und auch immer noch widerfährt, und erzählt gleichzeitig von Werner, der im Leben schuftet und sich immer mehr nach oben arbeitet. Es kommt aber auch viel Kritik zum heutigen Kapitalismus vor.

Ich denke, dass das Geschehene des 2. Weltkriege, und der familiäre Hintergrund Werners im Buch von der Bedeutsamkeit etwa gleichgestellt werden mit der Liebesgeschichte von Werner und Rebecca.

P.S. Der Schluss ist atemberaubend, aber zuerst muss man durch das ganze Gefühls-chaos.

Meine Bewertung:

Es ist ganz klar, dass dieses Buch allen Nur-Fantasy-Lesern keine Freude bereiten würde zu lesen. Wer aber offen für neues ist und auch Bücher mag mit historischem Hintergrund, der sollte dieses Buch umbedingt lesen. Ich gebe dem Buch 4.5 Sterne.

Traurigstes Zitat:

Wo liegen deine grössten Gefahren? Im Mitleid. – Seite 379 (zitiert von Johann von Milde)

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